Christliche Basisgemeinden (BEC) at Work, Teil 2

Südsee-Feeling

Glücklicherweise kein Taifun, wie vor 6 Jahren, der vielen das Leben gekostet und fast allen viel Elend gebracht hat, sondern strahlend blauer Himmel und ein Bilderbuch-Sonnenaufgang über dem Meer, den ich auch dadurch genießen kann, dass mein Handy streikt und ich vor Sorge, zu verschlafen, schon vor 6 Uhr auf den Beinen bin.

am Bug Father Robert in der Pose des roten Korsars

Heute stand ein Besuch auf einer der kleinen Inseln vor  Estancia auf Panay, ca 2000 Einwohner mit einer sehr aktiven BEC auf unserem Programm. Vorher noch die Einladung zum, wieder einmal sehr gastfreundlichen Frühstück beim Pfarrer von Estancia.  Dann die Bootsfahrt, die schon für gute Laune sorgte, bestes Segelwetter mit vielen kleinen Inseln rundherum. Ein überwältigender Empfang am Strand, an den wir wider Erwarten, da Flut, trockenen Fußes gelangten: Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene, überwiegend Frauen, mit denen wir dann gemeinsam zur Kirche zogen, eine kleine, wie so oft, renovierungsbedürftige Kapelle. Nachdem sich jeder von uns kurz vorgestellt hatte, sollten wir uns unter die Filipinos/Filipinas mischen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Es gab, wie bei den BECs üblich zwei Besonderheiten: Der Leiter des Diözesanteams, Father Robert, eine beeindruckende Persönlichkeit mit langem Pferdeschwanz (angeblich lässt er sich aus Protest, seit Beginn der mörderischen Duterte-Regierung die Haare nicht mehr schneiden), zelebriert die Messe nicht und es gibt Gruppengespräche über das Evangelium anstatt einer Predigt.

Ich hatte das Glück mitten unter den Mädchen des Chores zu sitzen, Mädchen im Alter von 11 bis 22 Jahren, die mir von ihren Erfahrungen erzählen sollten, wie sich ihr Leben durch die aktive Teilnahme in der Basisgemeinde verändert hat. Es kommen Allgemeinplätze, wie: sie fühlen jetzt, dass sie ein guter Mensch geworden sind, in der Schule jetzt eifrig und fleißig sind und ihren Eltern Freude machen möchten. Aussagen, die ich auch in einer traditionellen evangelikalen Kirchengemeinde erwartet hätte. Es kommen dann aber auch Aussagen, teils mit Tränen in den Augen, wie: durch ihre Mitarbeit, die Akzeptanz und Unterstützung in der Gruppe hätten sie nun viel mehr Selbstbewusstsein gewonnen und trauten sich mehr zu. Die Freundschaften innerhalb der BEC hätten es ermöglicht, dass sie mit ihren Problem besser umgehen und diese auch lösen können. Ich bin, mal wieder, sehr beeindruckt, wie der Glaube diese Gemeinschaften trägt, Solidarität und Optimismus schafft, der positive Auswirkungen auf alle Lebensbereiche zu haben scheint.

die Kids tanzen die Hymne der Basisgemeinden

Der Gottesdienst wird richtig toll gefeiert, mit rhythmischen Liedern, Tanz der Jugendlichen und Gebeten in beiden Sprachen. Es wird gesungen und gelacht. Am Ende fühlen wir uns angenehm integriert und finden es schade, dass er nach 1 ½ h schon zu Ende ist.

Lunch am Strand – im Hintergrund der Friedhof

Danach wird, natürlich, wieder gegessen. Ein großes Buffet am Strand wird aufgebaut, an dem alle gemeinsam teilnehmen, bevor wir, nach einem kurzen Bad im Meer, dann die Rückreise, zunächst mit dem Boot, dann per klimatisiertem Minibus nach Iloilo antreten. Die Klimaanlage wissen wir nach wie vor sehr zu schätzen, an das feuchtwarme Klima haben wir uns auch nach einer Woche noch nicht gewöhnen können.
Oswald

Abschied von Bayas