Tag der Visionen

alle inhaltliche Arbeit beginnt mit Bibelteilen

Nicht träumen für die Menschen, sondern mit den Menschen träumen.
Die Vision für eine partizipatorische Kirche. Sie beginnt mit der Einbeziehung der Menschen mit ihren alltäglichen Problemen und Erwartungen an die Kirche. Auf den Philippinnen gehören neben dem Religiösen gleichermaßen Themen auf dem ökonomischen, sozialen, politische und Umweltsektor. Die Kirche sieht sich als der Ort, an dem alle Lebensbereiche gleichermaßen ihren Platz finden.

Und es ist ein langer, gut strukturierter Prozess, den die Experten von Bukal ng Tipan beschreiten, um philippinische Bistümer auf dem Weg zu einer partizipatorischen Kirche zu begleiten. Am Anfang steht, auf der Basis einer repräsentativen Befragung aller Menschen des Bistums eine Vision für die Arbeit und Schwerpunkte der nächsten 3-4 Jahre zu entwickeln. Eingeschlossen werden alle Ebenen von der Ortsgemeinde über die Pfarrei bis zum Bistum und wieder zurück.

Wir spielen den Prozess am Beispiel von St. Marien in Frankfurt in Teilen durch. Das ist spannend und lässt unsere Fantasie von lebendiger Gemeinde aufleben. Leider sind die Erfahrungen von Bukal ng Tipan aber nicht übertragbar.

In unserer individualisierten Welt in Deutschland ist das Religiöse streng getrennt von anderen Lebenswelten. Die Kirche in Deutschland hat diese Rolle offenbar akzeptiert und spielt daher nicht unbedingt eine Rolle für die Menschen in allen Lebensphasen. Sie ist nicht der akzeptierte und einflussreiche Anwalt der Einzelnen gegenüber den Mächtigen, wie hier auf den Philippinen, wo sie den Menschen Spiritualität und Selbstwertgefühl vermittelt.

der 6-fache Blick auf die Wirklichkeit von St. Marien

Am Beispiel von St. Ursula in Oberursel wird gezeigt, was trotzdem bei uns möglich ist. Dort wurde unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung (und nicht nur der kleinen Gruppe der katholischen Kirchgänger und dem Plazet aller Ortsauschüsse) eine Vision entwickelt, die den Gemeinden als freiwillige Richtschnur für die zukünftige Gemeindearbeit dienen kann. Wir erfahren aber auch von dem langen, oft auch steinigen Weg mit Selbstzweifeln und Rückschlägen. Fazit: Man darf sich nicht entmutigen lassen. Risikobereitschaft und Mut, neue Wege zu beschreiten sowie mit Vertrauen auf den heiligen Geist lassen sich auch Dinge erreichen, die zunächst unerreichbar erscheinen.

Die Diskussion über unsere Visionen und die Möglichkeiten und Wege zur Realisierung in unseren Gemeinden setzt bei uns Energien frei, sodass wir heute Überstunden gemacht haben.

Das Thema wird uns glücklicherweise weiter begleiten. Mal gespannt was die nächsten Tage noch bringen werden.
Oswald