Wechselbad der Gefühle

Begrüßung

Nach dem Gottesdienst mit Blick auf das Meer und Überblick über die ermutigende Arbeit des Instituts in der Implementierung von Basis-Gemeinden dann der überwältigende Empfang bei den Zuckerrohrarbeitern auf einer nahegelegenen Hazienda. Mittelalterlich anmutende Arbeitsbedingungen für die 300 Hazienda Arbeiter, die für 6-8 Tonnen Zuckerrohr am Tag 280 Pesos (1,8 €)  bzw. der Preis für 2 kg Reis + ½ Fisch verdienen. Dass dies für eine durchschnittlich 5 köpfige Familie ausreicht, grenzt an ein Wunder, damit zu überleben. Der Glaube an die Wunder, St. Rochus wird dafür besonders verehrt, spielt hier eine große Rolle. Er erhält nicht nur die Lebensfreude, sondern ermutigt zu bemerkenswerter Eigeniniative: Seit über 40 Jahre funktioniert ein ohne externe Hilfe gegründete und selbstverwaltete Revolving Fund, über den ständig ca. 70 Kindern die Schulbildung auf weiterführenden Schule  ermöglicht wird. Dies ist die einzige reale Alternative für diese Familien, selbstständig aus dieser Armutssituation zu entfliehen. Bildung und Ausbildung ist der Schlüssel für einen Job, mit dem man dann auch die Familie unterstützen kann, am besten, wie mittlerweile über 10% der Filipinos, mit einem Job im Ausland. Von dort wird dann die heimische Familie finanziell unterstützt.

Die Jungs bitten zum Tanz

Für uns als Gruppe überwältigt die Gastfreundschaft und die Lebensfreude, mit der uns ein abwechslungsreiches Programm bei all der uns hoffnungslos erscheinenden Situation. Selbst Bischof Georg tanzte auf der Bühne mit den Jugendlichen.

Der Glaube an Wunder kann hier offenbar, zumindest hie und da, Berge versetzen und macht das schwere Leben lebenswert.

Oswald

unterwegs

Nun sind wir in 22 Stunden um den halben Globus geflogen. Über Südosteuropa, die Ägäis, die Türkei, entlang der syrischen Grenze, über den Nordirak, Bagdad, Kuwait. Es ist ein eigenartiges Gefühl, einer der großen  Krisenregionen unserer Welt so nahe zu sein, aber nichts davon mitzubekommen, einfach darüber hinweg zu schweben wie in einer Glaskugel … Und für die vielen Tausend Kilometer, die wir in wenigen Stunden zurückgelegt haben, brauchten die Flüchtlinge, die aus Syrien, aus dem Irak, dem Iran, aus Afghanistan nach Europa kamen, Monate, Jahre, unter großen Strapazen, und viele haben es gar nicht geschafft.


Auch der Flughafen von Dubai wirkt wie ein überdimensioniertes Raumschiff aus Glas, Marmor und Edelstahl. In der Wartezone viele Philippinos auf dem Heimweg. Später unterhalte ich mich mit einer Frau: Sie arbeitet in einem großen internationalen Hotel in Muskat im Oman als Ausbildungsleiterin. Nun macht sie ihren jährlichen Heimaturlaub, 2 Wochen. Ihr Mann, der ebenfalls in Muskat arbeitet, konnte nicht freimachen …

nach der Landung in Bacolod

Robert